Giardien

Giardien sind einzellige Parasiten, die bei vielen Säugetieren vorkommen. Sie werden mit dem Kot infizierter Lebewesen ausgeschieden. Nicht jede Infektion verläuft symptomatisch.

Erreger

Giardia duodenalis auch Giardia intestinalis oder Giardia lamblia genannt.

Wo kann sich der Hund mit Giardien infizieren?

An erster Stelle durch die Aufnahme von infiziertem Kot. Aber auch durch das Belecken von infizierten Stellen wie Gras, Fell, Liegeplätze oder durch das Trinken von infiziertem Wasser (z.B. aus Pfützen oder öffentlichen Trinknäpfen etc.) gelangen die Giardien über das Maul in den Hundekörper. Im Prinzip können die Dünndarmparasieten überall lauern.

Kann ich mich bei meinem Hund anstecken?

Die Giardiose (Giardienbefall) ist eine Zoonose. Das bedeutet, dass auch Menschen sich mit Giardien infizieren können. Und zwar findet die Übertragung per Schmierinfektion statt. Also von der Hand in den Mund.

Wenn man erwachsen ist und ein gesundes Immunsystem hat, sollten normale Hygiene-Regeln wie regelmäßiges Händewaschen ausreichen.

Leben immunschwache Personen oder Kinder mit im Haushalt, empfiehlt sich der Einsatz eines Dampf-Reinigers, denn Giardien sind immun gegen die gängigen Desinfektionsmittel.

Sollte der Hund einen Haufen in den Garten machen, ist dieser über den Hausmüll zu entsorgen und man kann kochendes Wasser über die Stelle schütten.

Grundsätzlich sollte der infizierte Kot, egal wo, großzügig aufgesammelt werden und über die Restmüll-Tonne entsorgt werden, damit sich andere Hunde nicht unnötig infizieren!

Wie lange überleben die Giardien in der Umwelt?

In kühlen Gewässern können Giardien etwa 3 Monate überleben. Auf einer feuchten Wiese oder im Matsch immerhin noch bis zu mehreren Wochen. Das bedeutet, dass der Kothaufen mit dem die Giardien ausgeschieden wurden schon längst nicht mehr sichtbar ist und die Giarden somit unsichtbar auf den nächsten Wirt warten.

Wie lange dauert es von der Infektion bis zu den Symptomen?

Die sogenannte Inkubationszeit dauert durchschnittlich 1 – 2 Wochen.

Welche Symptome können bei einer Giardien-Infektion auftreten?

Charakteristisch für eine Giardien-Infektion ist eine feste Schleimhülle um den Kot, der wechselnde Konsistenzen aufweist. Von normal geformten Kot bis hin zu Durchfall ist alles möglich. Besonders auffällig ist ein starker süßlich fauliger Gestank des Kots.

Der Appetit und das Allgemeinbefinden des Hundes ist selten gestört.

Achtung, das folgende Foto dient als Beispiel für einen Kotabsatz bei Giardienbefall. Wer sich das zutraut, klickt auf die folgenden Symbole:

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Wie sieht die Behandlung von Giardien aus?

Schulmedizinisch werden Antiparasitika wie Fenbendazol oder Metronidazol verschrieben. Diese Medikamente töten aber nicht nur die Parasiten ab, sondern haben auch bakterizide Eigenschaften. Das bedeutet, dass die nützlichen Bakterien der Darmflora auch in Mitleidenschaft gezogen werden und nach der Behandlung im Rahmen einer Darmsanierung unbedingt wieder zugeführt werden müssen. Denn es werden nie alle Parasiten zuverlässig abgetötet. Die Überlebenden muss das Immunsystem des erkrankten Hundes selbst bekämpfen. Mit einer gestörten Darmflora ist dies jedoch schwierig. Aus diesem Grund gibt es oft Rezidive, das heißt, der Hund erkrankt erneut nach ein paar Tagen oder Wochen an Giardien.

Warum erkrankt nicht jeder Hund an Giardien?

Auch hier ist das Immunsystem des Hundes entscheidend. Ein intaktes Immunsystem schafft den Kampf gegen die Giardien ohne Probleme. Der Hund zeigt in diesem Fall keine Krankheitsanzeichen und die Giardien werden meist nur bei einer prophylaktischen Kotuntersuchung durch Zufall entdeckt.

Ist das Immunsystem aber nicht voll leistungsfähig, z. B. bei einer weiteren Erkrankung, Futtermittelallergie oder starkem Stress sowie einer schlechten Darmflora, können die Symptome in unterschiedlicher Stärke auftreten. Der Körper schafft es nicht allein, die Giardien zu bekämpfen. Hier ist es sinnvoll, den Hund mit verschiedenen Heilkräutern zu unterstützen und gleichzeitig die Darmflora zu stärken.

Bei Welpen oder Hundesenioren, deren Immunsystem entweder noch nicht ganz ausgebildet oder sehr stark geschwächt ist, kann es auch zu anhaltenden, schleimigen, teils blutigen Durchfällen kommen. Bei extremen Verläufen kann der Einsatz eines Antiparasitikums von Nöten sein. Naturheilkundlich sollte man in jedem Fall unterstützen.

Ziel ist bei einer Giardien-Erkrankung immer die Stärkung des Immunsystems und eine besondere Pflege oder Aufbau der Darmflora.

Darf der Hund während einer Giardiose alles essen?

Es empfiehlt sich während der Behandlung und einige Zeit danach die Ernährung anzupassen. So weiß man, dass sich die Giardien von Kohlenhydraten ernähren. Der erste Schritt ist demnach, Getreide zumindest temporär aus dem Speiseplan zu streichen. Am Besten stellt man in dieser Zeit die Ration selbst zusammen. Eine Proteinquelle (also eine Fleischsorte) z. B. gekochtes Hühnerfleisch, dazu eine Gemüsebeilage (Topinambur, Möhren, Zucchini, Pastinake etc.). Eventuell noch ein hochwertiges Öl und etwas Calcium. Ich helfe Ihnen gerne weiter.

Was kann man naturheilkundlich gegen Giardienbefall machen?

Die Bartflechte (Usnea), Curcuma und Langer Pfeffer (Piper longum) haben nachgewiesene antiparasitäre Wirkungen. Außerdem wirkt die Gabe von Propolis unterstützend.

Heilmoor ist reich an Huminsäuren, die die Entzündungen in der Schleimhaut hemmen und somit die Regeneration der Darmwand unterstützen. Ebenfalls hilft geriebener Apfel die Darmwand zu heilen. Die direkt unter der Apfelschale befindlichen Pektine binden sowohl Wasser als auch Erreger und kleiden die Darmwand mit einer Schutzschicht aus.

Topinambur ist eine Wurzel, die in dieser Zeit hervorragend als Gemüsebeilage gefüttert werden kann. Denn Topinambur hat einen hohen Inulingehalt (Futter für die guten Darmbakterien). Salicylsäure mit seinen antimikrobiellen sowie entzündungshemmenden Eigenschaften ist ein weiterer Bestandteil der Wurzel.

Vereinbaren Sie einen Termin zur Erstellung eines individuellen Therapie-Plans, ich begleite Sie gern durch die Therapie.

Bildquelle Beitragsbild: Wiki Comons- CDC/ Dr. Stan Erlandsen 

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