HD – Hüftgelenksdysplasie

Was genau ist die Hüftgelenksdysplasie kurz HD?

Die Hüftdysplasie ist eine vererbbare oder erworbene Fehlentwicklung des Hüftgelenks, die durch falsche oder übertriebene Bewegung sowie nicht optimale Ernährung begünstigt wird.

Ursachen

Eine Fehlbildung der Gelenkstrukturen des Hüftgelenks kann zum einen vererbt worden sein. Aber zum anderen kann auch ein Hund, der mit einem gesunden Hüftgelenk geboren wurde im Laufe des Lebens sich eine Fehlbildung des Hüftgelenks zuziehen. Ernährungsfehler wie z.B. eine Über- bzw. Unterversorgung mit Nährstoffen wie Calcium, Phosphat, Vitamin D etc. sowie Hundesport mit vielen Sprüngen und schnellen Richtungswechseln sowie zu viel Bewegung im Welpenalter können Gelenkveränderungen begünstigen.

Wie kommt es nun zu einer Schädigung des Hüftgelenkes?

Wenn der Kopf des Oberschenkelknochens (Femur) nicht optimal in die Hüftgelenkspfanne (Acetabulum) passt, reibt der Oberschenkelkopf bei jeder Bewegung in der Hüftgelenkspfanne. So werden die Nerven in der Knochenhaut permanent gereizt und die Knochenhaut entzündet sich. Je länger dieser Zustand anhält um so mehr werden die Gelenkstrukturen geschädigt. Es entsteht eine schmerzende Arthrose im Hüftgelenk (Coxarthrose).

Die HD wird in verschiedene Schweregrade eingeteilt

A – HD-frei
B – HD-Verdacht / Grenzfall
C – leichte HD
D – mittlere HD
E – schwere HD

Gibt es typische Symptome der HD?

Die Hüftgelenksdysplasie macht an sich erstmal keine Symptome, gelegentlich können Geräusche bei Bewegung auftrete. So kann man ein Knacken, Klicken oder Knirschen wahrnehmen. Außerdem kann der Gang des Hundes instabiler sein.

 Im weiteren Verlauf entstehen durch die nicht passenden Gelenkstrukturen Entzündungen der Knochenhaut. Diese Entzündungen sind dann der Grund dafür, dass der Hund Bewegungen, die Schmerzen verursachen. nicht mehr unaufgefordert ausführt. Er vermeidet z. B. den Sprung auf das Sofa oder in den Kofferraum. der Hund bevorzugt warme und weiche Liegestellen. Es kann weiterhin zu Lahmheiten kommen. Auch kann das Aufstehen erschwert sein und von Seufzern des Hundes begleitet werden. Je weiter die Erkrankung unbehandelt fortschreitet, um so mehr zeigen sich die Symptome einer Arthrose des Hüftgelenks. Bei längeren Bewegungen werden die Symptome besser. In der Medizin heißt es: „Eine Arthrose läuft sich ein!“

Besonders bei nasskaltem Wetter verstärken sich die Probleme einer Arthrose.

Macht ein HD-Befund immer Schmerzen oder Symptome?

Interessant ist, dass man nicht pauschal sagen kann, dass ein schlechter Röntgenbefund auch viele Schmerzen macht oder umgekehrt, dass eine HD, die nicht durch bildgebende Verfahren nachzuweisen ist keine Beschwerden bereitet. Jeder Hund reagiert anders, da die Schmerztoleranz sehr unterschiedlich ist. Außerdem kommt es noch darauf an, wie ausgeprägt die Muskulatur des Hundes ist. Je mehr das Hüftgelenk durch Muskulatur entlastet wird, umso weniger stark reiben die Knochen aufeinander. Ein kontrolliertes Muskeltraining ist daher unerlässlich. Auf ein optimales Körpergewicht ist besonders zu achten. Dieses kann mit dem Body Condition Score ermittelt werden.

Rassedisposition

Grundsätzlich können alle Hunderassen betroffen sein, besonders aber große und großwüchsige Rassen. Wie z.B. der Deutsche Schäferhund, Rottweiler, Boxer, Labrador, Bernhardiner, Neufundländer oder Berner Sennenhund.

Nice to know

Alternative Behandlungen, wie z. B. Blutegel-Therapie, Akupunktur oder Physiotherapie sowie die Phytotherapie (Kräutertherapie) oder Vitalpilze können in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt die Therapie sinnvoll ergänzen.

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